Von 2009 bis 2016 habe ich in insgesamt sieben verschiedenen Kitas
in Berlin gearbeitet, in den ersten zwei während meiner Ausbildung
und in weiteren fünf als staatlich anerkannter Erzieher. Bereits in der
ersten Kita fielen mir viele Erzieherinnen auf, die offensichtlich kaum
Freude an der Arbeit mit Kindern empfanden, die immer nur das nötigste
im Umgang mit ihnen taten, nie ein überflüssiges Wort an sie
richteten, nie mit Kindern scherzten oder herumalberten, nie mit
ihnen spielten. Erzieherinnen, die die Kinder regelrecht mieden und
ihrerseits von ihnen gemieden wurden. Ich dachte damals, ich wäre
wohl in einer besonders schlechten Kita gelandet und woanders könne
der Anteil desinteressierter Erzieherinnen nicht ähnlich hoch sein. Ich
setzte meine Ausbildung fort. Heute muss ich sagen: Es kam gänzlich
anders, als erwartet. Die Kitas wurden nicht besser, sondern
schlimmer. Die erste Kita war bereits die beste Kita, die ich überhaupt
kennengelernt habe. Denn in dieser Kita war der Anteil
desinteressierter Erzieherinnen gar nicht so hoch – jedenfalls im
Vergleich zu den nachfolgenden Kitas nicht. Und vor allem gab es in
dieser ersten Kita nicht die Sorte von Betreuern und Kita-Leiterinnen,
die man wohl als den Fluch der gesamten Kindergartenpädagogik
bezeichnen muss: autoritäre Erzieher und Erzieherinnen.